Schäferhundeverein OG Waldmünchen * seit 1967
   Schäferhundeverein  OG Waldmünchen* seit 1967

ERSTE HILFE am Hund

Erste-Hilfe-Kurs am Hund 2017 
(Bericht von Fleichmann Arnold > Paparazzo Bex)

Ob der eigene Vierbeiner sich in einem lebensgefährlichen Zustand befindet, ist nicht immer eindeutig zu erkennen. Wie man Gefahren- und Notsituationen für den Vierbeiner richtig eingeschätzt, Erste Hilfe am Hund theoretisch erlernt und praktisch angewandt werden kann, zeigte die Tierärztin Heike Roidl den Teilnehmern des von Peggy Haberl vom Schäferhundeverein OG Waldmünchen organisierten Kurses „Erste Hilfe am Hund“.

Dabei war die Palette der Themen und Übungen groß: Sie reicht von Informationen zur Anatomie eines Hundes über die Kontrolle von Puls und Atmung, das Anlegen von Verbänden, Maßnahmen gegen Vergiftung und
Magenverdrehung,Transport und Eigensicherung sowie die Herz-Lungen-Wiederbelebung. Dazu zählen auch das Untersuchen des Tieres, das Reinigen von Wunden oder der richtige Transport. Doch, wie die Referentin anfangs betonte, sei es vor allem wichtig, dass der Hundebesitzer immer die Rufnummer seines Tierarztes oder der der
nächstgelegenen Tierklinik parat hat. Nach vorheriger telefonischer Rücksprache mit dem Tierarzt kann dieserbereits wichtige Maßnahmen vorbereiten, die im Zweifel lebensrettend für einen Hund sein können.

Desweiteren wies sie darauf hin, dass bei jeder Erste-Hilfe-Maßnahme an verletzten Tieren der Selbstschutz und der Schutz der beteiligten Personen oberstes Gebot sein sollte. Denn, verletzte Tiere die unter Schock stehen, Angst oder Schmerzen haben, wehren sich häufig durch Beißen. Dieses gelte auch für die eigenen Tiere. Essenziell bei der Einschätzung, ob der gesundheitliche Situation des Hundes sei dabei, dass der Besitzer die Normalwerte, wie Pulsfrequenz, Atemfrequenz und die Körpertemperatur seines Hundes kennt. Beim Messen der Temperatur ist es wichtig das Thermometer vorsichtig an die Darmwand zu drücken um eine genaue Temperatur zu erhalten. Dabei schwankt die Gradzahl von Hund zu Hund - liegt aber bei etwa 38 Grad. Auf die Atmung eingehend erläuterte die Tierärztin, dass der gesunde Hund eine Atemfrequenz von ca. 30 Atemzügen in der Minute hat. Der Wert ist ganz einfach am Brustkorb abzulesen. Dabei müsse man nur 15 Sekunden lang mitzählen und den Wert mit vier multiplizieren. Schwierig wird es dagegen bei der Messung des Pulses. 
An den Innenseiten der Flanken des Hundes verläuft die Oberschenkelarterie. Das Pulsieren der Schlagader lässt sich
am besten mit Zeige- und Mittelfinger messen. Der Richtwert des Pulses liegt bei etwa 100 Schlägen die Minute. Das Pulsmessen sollte man jedoch möglichst vor dem Notfall trainieren. Denn selbst langjährigen
Hundebesitzern ist es ohne Übung im Notfall kaum möglich, die Herzfrequenz, also den Puls des eigenen Hundes zu erfühlen. Dabei sind hier Veränderungen in der zeitlichen Entwicklung für viele Notfallsituationen ganz besonders wichtiges Kriterium. Ein weiteres wichtiges Indiz über die Gesundheit des Hundes, zeigt der
farbliche Zustand von Mund- und Augenschleimhaut, fuhr die Dozentin fort. Ist die Schleimhaut rosa, ist alles in Ordnung. Blass bedeutet Schock oder Blutarmut, blau Mangel an Sauerstoff, grau Vergiftung und gelb Leberproblem. 
Ob beim Freilauf oder im Garten, Hunde sind hierbei einer Vielzahl von Vergiftungsgefahren ausgesetzt. Hierzu erwähnte Heike Roidl in erster Linie Rattengift und Schneckenkorn. Durch das Fressen von Rattengiftködern kann es beim Hund zu einer verzögerten Blutgerinnung und zu einer tödlichen Blutungsneigung kommen. Zur Behandlung wird durch den Tierarzt in erster Linie Vitamin K als Gegenmittel eingesetzt. Je nach Schweregrad wird dieses oral oder intravenös verabreicht. Wenn ein Hund Gift durch Schneckenkorn aufgenommen hat, ist das für den Hund ein lebensbedrohlicher Notfall. 
Im Gegensatz zu Rattengift wirkt Schneckenkorn beim Hund jedoch bedeutend schneller. Die ersten Symptome einer Theobrominvergiftung zeigen sich oft schon schon nach 30 bis 60 Minuten. Ist das Gift über den Verdauungstrakt in den Kreislauf gelangt, hat auch der Tierarzt kein Gegengift mehr. 
Dennoch würde ohne symptomatische lebensrettende Maßnahmen durch den Tierarzt der Hund sehr wahrscheinlich sterben oder schwerste Schäden davon tragen. 

Als Fazit stellte sie fest: 
Bringen Sie im Zweifelsfall den Hund immer unverzüglich zum Tierarzt oder in eine Tierklinik. Im Anschluss an den Vortrag durften die Teilnehmer das Gehörte, wie Messen des Pulses oder Anlegen eines Druckverbandes am lebenden Hund üben. 

24-03-2017

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